Presse


German Tap Magazin 3/2013

"Never perfect. Always fun. If you wait for perfection to have fun, when will that happen? Never." Lane Alexander


Teilnehmerbericht vom Workshop Tapdance und South African Gumboot im März:

Erst wurde noch gezweifelt, dann stand es doch fest: Auch in diesem Jahr setzte Lane Alexander aus Chicago die Tradition fort und gab einen Workshop im Tanzraum 51 in Filderstadt. Vom 22. bis 24. März brachte er dort sowohl die Sohlen als auch die Köpfe zum Rauchen. Ein Bericht von Leonie Bredl

Wenn Lane Alexander nach Stuttgart kommt, wirkt er wie ein Magnet, der die Stepplatten aus der näheren und der nicht ganz so nahen Umgebung anzieht. Das ist kein Wunder: Er ist einer der renommiertesten Steptänzer in den USA. Seine Vita ist lang und auch die Liste der Namen, mit denen er schon getanzt hat. 1990 gründete er zusammen mit Kelly Michaels das Chicago Human Rhythm Project, das sich zum Ziel gesetzt hat, Gemeinschaft durch Rhythmus zu bilden. Er ist Artistic Director des American Rhythm Center in Chicago, wo er auch unterrichtet. Außerdem gibt er regelmäßig Workshops auf allen Kontinenten, unter anderem auch einmal im Jahr in Filderstadt bei Stuttgart.

Der Workshop im Tanzraum 51 beginnt freitagabends mit 2 Stunden "Technique Spezial". Am Samstag und Sonntag gibt es dann insgesamt 5 Stunden Steptanz für Anfänger mit Vorkenntnissen, Mittelstufe II und Fortgeschrittene (Masterclass). Auch die Veranstalterin Karin Ould Chih übernimmt nicht nur die Organisation, das Kuchenbacken, die Bewirtung, das Aufräumen, das Kümmern um den Gast und das "Für-Alle-Fragen-Da-Sein", sondern unterrichtet tatsächlich selbst auch noch zwei Stunden "Southafrican Gumboot". Das ist der Tanz der südafrikanischen Minenarbeiter, der, wie der Name schon sagt, in Gummistiefeln getanzt wird. Es ist zwar mörderisch anstrengend, macht jedoch unheimlich Spaß! Und auch wenn die Waden und Handflächen hinterher vom vielen Klatschen und Stampfen ganz schon weh tun, können die Teilnehmer stolz auf sich sein: Obwohl nicht alle mit Vorkenntnissen angekommen sind, ist eine tolle Choreografie auf die Beine gestellt worden!

In Lane Alexanders Stunden wird auf Latino-Rhythmen und Walzer gesteppt. Während es im Anfängerkurs hauptsächlich darum geht "das Instrument zu stimmen" (die Technik auszuarbeiten), wird ab der Mittelstufe schon ordentlich drauflos gespielt. Lane schafft es, die perfekte Balance zu finden zwischen genauem, langsamen Wiederholen der Steps und TEMPO! Man wird gefordert aber nicht überfordert. Und eines darf nie fehlen: DER SPASS! Und natürlich: Lockerheit. "Be a Nudel" ist Lanes Devise.

Er ist zu 100% fokussiert und energiegeladen. Er erkennt sofort, wer wo Probleme hat oder unsicher ist, und ist dann zur Stelle. Immer wieder fragt er: "Yes? No? Maybe?", um sicherzustellen, dass keiner auf der Strecke bleibt. Verständlich und äußerst humorvoll erklärt er Rhythmen, Schritte und was es generell zu beachten gibt.
"Mein Lieblingswort auf deutsch ist 'geniessen'. Always enjoy the breaks, don't hurry,“ sagt er.

Die Uhr scheint es trotzdem eilig zu haben - kaum hat er angefangen, ist der Workshop auch schon wieder um. Doch eines haben die Teilnehmer auf jeden Fall: ihn so richtig genossen!

Mehr Informationen
zu Lane und seinem Chicago Human Rhythm Project unter: 

www.chicagotap.org  

zum Tanzraum 51 und Karin Ould Chih unter:

www.tanzraum51.de 

 


 Nürtinger Zeitung vom 06.11.2013

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